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HO HO HO! Santa Claus in Winnipeg!

Oh Mann, das muss man echt mal gesehen haben. Sant Claus Parade in Winnipeg! Mit Besinnlichkeit und Festtagsstimmung hat das wenig zu tun. Eher mit Karnevalsumzug und Kamelle! Den Kleinen hats aber offenbar gefallen. Eine riesige Parade mit Trucks in bunter Beleuchtung, verkleidetete Menschen, die Bonbons und Gutscheine fuer Subway verteilt haben und zum Schluss kam ER: "Look, there's Santa! Santa is coming!" Santa in einem Pappschlitten auf einem Truck, davor gespannt sechs Papprentiere. Und er ruft die ganze Zeit mit voller Inbrunst: "HO HO HO, Merry Christmas everybody!" Es fehlte nur noch der Laster aus der Coca Cola-Werbung...

 http://www.flickr.com/photos/winnipeg_manitoba

Ich freu mich schon auf den "German Christkindlmarkt" naechstes WE. Ist dann doch mehr mein Ding, glaube ich.

Uebrigens hat hier jetzt doch endlich der Winter Einzug gehalten. War ja lange noch relativ mild. Heute morgen waren es dann aber bereits -16 Grad. Temperatursturz... Aber dieses Mal bin ich ja vorbereitet!

 

22.11.07 16:11


Crystal Spring Colony

Gestern hatte ich nochmal die Gelegenheit, eine Hutterer-Kolonie zu besuchen. Dieses Mal Crystal Spring, ungefaehr 45 Minuten von Winnipeg entfernt.

Ed Kleinsasser, der Vorsteher der Kolonie, gab uns eine exklusive Fuehrung durch die Werkstaetten, da sich diese Kolonie weniger auf Landwirtschaft, sondern auf Herstellung von Nutzgegenstaenden zur Schweinezucht spezialisiert hat. Daher sind sie auch nicht komplett Selbstversorger, sondern auf den Handel mit anderen Kolonien bzw. dem weltweiten Verkauf ihrer Produkte angewiesen.

Im Vergleich zu James Valley war dieses hier eine richtige Luxuskolonie. Ed Kleinsasser sagte auch gleich zu Anfang, dass anderer Hutterer die Leute von Crystal Spring als "close to hell" bezeichneten. Kein Wunder, es gab einen Fitnessraum fuer Jugendliche ("Wenn wir sie nicht unterhalten, dann tut es die Aussenwelt." ), Turnhalle, Musikinstrumente aller Art (undenkbar normalerweise), Computer mit Internetzugang in den Schulen und eine riesige Bibliothek mit Sissi-Romanen! Wir konnten ausserdem bei eienr ITV_Unterrichtsstunde zusehen. Dabei sitzen Schueler vor einem Bildschirm und bekommen Aufgaben ueber das Fernsehen zugeschickt. Die betreffende Lehrkraft sitzt in irhgendeiner anderen Kolonie und kann somit viele verschiedene Schueler gleichzeitig bedienen.

Wenn man von der Tatsache absieht, dass die gesamte Kolonie nur ein Bankkonto besitzt und alle Anschaffungen somit abgesprochen werden muessen, koennte man kaum glauben, dass es sich hier um einen Bruderhof handelt. Nur die Kleidung natuerlich war typisch hutterisch. Wir durften sogar mit am Lunch teilnehmen. Punkt 12 Uhr, Maenner links, Frauen rechts. Zum gemuetlichen Plaudern blieb allerdings nicht viel Zeit, denn nach 20 Minuten wurde gebetet und spaetestens um 12:30 Uhr mussten alle den Speisesaal verlassen haben. Ich wurde mit mitleidigen Blicken und einer spontanen Einladung bedacht ("I would take you in any time." ), als ich sagte, dass ich allein in einem Apartment in Winnipeg wohne. Fuer die Hutterer eben unvorstellbar.

Spaeter wurden wir auch noch in Eds Privathaus zu einem Glas selbstgebranntem Himbeer-, Erdbeer- und Traubenwein eingeladen und er liess sich unsere Fotos gleich in seinem supermodernen Buero auf seinen Rechner kopieren. Schon seltsam, das Ganze. Fotos gibt es hier zu sehen:

 http://www.flickr.com/photos/winnipeg_manitoba

13.11.07 16:17


Morgens Advent, abends Powwow

Das war ja mal ein culture clash erster Kajuete. Morgens musste ich nochmal meinen tollen Adventsworkshop zum besten geben und Lieder wie "Ich wuensche mir zum heiligen Christ" vorspielen und abends ging es dann zum rieseigen Powwow hier in The Peg http://www.manitoahbee.com/powwow.html.

Alle first nations in der Region (das schliesst auch die nordamerikanischen Praerieprovinzen mit ein) kamen zusammen, um ihre Tanzkuenste aneinander zu messen. Die Ignoranz bzw. das Desinteresse der weissen Bevoelkerung an dem Event war mal wieder mehr als offensichtlich. Wir waren fast die einzigen unter den ganzen Aboriginals und man bekam ein Gefuehl davon wie es ist, einer Minderheit anzugehoeren. Seltsam...

Der grosse Einzug aller Staemme zu traditionaller Powwow-Musik war ein Rausch von Farben und Musik.

Wahnsinn! Man wurde richtig benebelt vom Zuschauen. War schon genial! Die Wettbewerbe und Kroenung der diesjaehrigen Prinzessin war auch interessant, aber der Hoehepunkt war doch das gemeinsame Tanzen. Fotos hier:

 http://www.flickr.com/photos/winnipeg_manitoba

5.11.07 16:09


Halloween und Abschied

Ok, sie geben sich ja alle Muehe in ihren Bananen-, Kuerbis- und Harry Potter-Kostuemen, aber mit Fastelovend kann Halloween einfach nicht mithalten. Trotzdem war es ganz lustig, das ganze Spektakel mal in Nordamerika mitzuerleben.

 http://www.flickr.com/photos/winnipeg_manitoba 

Allerdings bedeutete der 31. Oktober auch Abschied von den deutschen Austauschschuelern. Die Traenen flossen in Stroemen. Niedlich. Allerdings passierte dann am Flughafen noch ein letztes Drama. Die rebellische Antifa-Anne hatte doch tatsaechlich ein Klappmesser in ihr Handgepaeck gesteckt und waere fast abgefuehrt worden. Nur der Ueberzeugungskraft einer Mutter war es zu verdanken, dass sie doch noch mit den anderen mitfliegen durfte. Sie tat total naiv (was sie absolut nicht ist) und sagte, dass sie das Messer aus Deutschland mitgebracht habe, wo die Kontrollen nicht so streng seien. Ha, ich lach mich tot! Allein die Tatsache, dass sie seelenruhig und voellig verstaendnislos ob der ganzen Aufregung reagierte, zeigt, dass sie wahrscheinlich mal wieder provozieren wollte. Wer schon als Schwabe Hansa Rostock Fan ist... Zum "Glatzen-Pruegeln an die Ostsee"....

2.11.07 16:17


Aboriginal Weeks

Zur Zeit gibt es tausende Veranstaltungen von und mit den Indianern bzw. Inuit in Kanada. Das Thema ist nach wie vor sehr sensibel und wie tolerant die Kanadier auch hinsichtlich europaeischer Einwanderer sind, so ignorant sind sie gegenueber den Ureinwohnern. Als eine Austauschsschuelerin von uns ihrer Gastfamilie sagte, sie wuerde gerne ein Reservat besuchen, wurde das nur mit einem verstaendnislosen Kopfschuetteln abgetan und als voellig ueberfluessig und abwegig bewertet. Allerdings scheinen die Aboriginals mehr und mehr bemueht und auch erfolgreich darin zu sein, sich eine Stimme im oeffentlichen Leben zu verschaffen.

Im Gegensatz zu dir, Steffi (noch mehr Totempfaehle???), war ich ja nie besonders an Indianern bzw. ihren Ritualen interessiert und das hat sich auch hier nicht wesentlich geaendert, aber ihre aktuelle Position und Integration in die kanadische Gesellschaft finde ich schon ganz spannend. Am Samstag war ich daher mit einigen Kolleginnen in Brandon (3 Stunden hin, 3 Stunden zurueck... - und das an einem Tag!) auf dem ersten Aboriginal Literary Festival http://www.brandonu.ca/News/article.asp?A_ID=1445. Ein Autor, Richard Van Camp, hat sogar mal den Frankfurter Jugendliteraturpreis 2001 gewonnen. Sein Buch "The lesser blessed" wurde von Ulrich Plenzdorf uebersetzt. Ich habe kurz mit ihm gesprcohen und spontan von Ulrichs Ableben berichtet. Nachher war ich mir allerdings gar nicht mehr sicher, ob er wirklich das Zeitliche gesegnet hatte. Puhh, wie peinlich waere das gewesen.. Aber "zum Glueck" ist der gute Plenzdorf ja tatsaechlich im August von uns gegangen.

Jedenfalls war es schon sehr bewegend zu sehen, mit wie vielen Emotionen die Aboriginals dieses Festival und die Anerkennung ihrer Arbeit bewerten. Manche konnten vor Ruehrung kaum sprechen und offenbar leiden sie zum Teil immer noch unter einer gespaltenen Identitaet. Zum Glueck wurden aber nicht nur problematische Themen angesprochen, sondern auch der spezielle Humor der Aboriginal people, der sich im wesentlichen auf sexuelle Anspielungen bzw. sehr grafische Darstellungen beschraenkt. Kein Wunder, dass die prueden Nordamerikaner damit nicht klarkommen. Ich habe mich gleich mal mit acht Romanen und Kurzgeschichtensammlungen eingedeckt.

Auf dem Rueckweg hatten wir mal wieder einen phaenomenalen Blick auf den knallroten, aufgehenden Vollmond. Man kann ja ueber die Praerie sagen, was man will (Winnipeg ist und bleibt eine oede nordamerikanische Stadt), aber die Landschaft ist schon genial - wie jeder weiss brauch ich absolut keine Berge zum Gluecklichsein. Weitgucken ist da viel besser!

29.10.07 18:40


Oak Hammock Marsh

Gestern spektakulaerer Praerie Sunset im Vogelschutzgebiet Oak Hammock Marsh http://www.oakhammockmarsh.ca/. 

Zum Glueck wenig Voegel, nur ein paar Wildgaense, dafuer tolle Farben und Manitoba pur. Weitere Fotos wie immer hier:

 http://www.flickr.com/photos/winnipeg_manitoba 

Auf dem Rueckweg lief uns dann fast noch ein Koyote vors Auto. Der erklaerte die zahlreichen vertreuten Gaenseleichenteile.... 

24.10.07 15:12


Winnipeg Blue Bombers vs. Calgary Stampeders

Fussball in Winnipeg! Also genauer gesagt Football. Heimspiel der Winnipeg Blue Bombers. Stimmung aehnlich wie beim Fussball in Deutschland. Ein Riesenstadion und Superstimmung. Sexy Trikotstrumpfhosen in gold und dunkelblaue Shirts. Tja, nur leider verstehe ich rein gar nichts von diesem Spiel. Also einfach mitjubeln, sobald die Menge tobt. Und das tut sie haeufig. Zwischendurch aus unerklaerlichen Gruenden Unterbrechungen und kleine Pausen, in denen entweder die Cheerleader mit goldenen Puscheln die Leute anfeuern, ein Matratzenwettlauf veranstaltet wird, die Smooch Cam Paare zum Knutschen motiviert oder Veteranen des Sports auf dem Platz geehrt werden. Sehr interessant das Ganze. Nach drei Stunden reicht mir diese interkulturelle Erfahrung allerdings, denn im Oktober draussen sitzen ist in Manitoba nicht unbedingt gemuetlich. Unsere Schueler wollen unbedingt die Aufmerksamkeit der Kamera - und der Cheerlaeder - auf sich ziehen und tanzen mit nacktem Oberkoerper ueber die Leinwand. Der Plan geht auf und die "Girls" kommen mit Postern und Kamera, um sich ablichten zu lassen. Endstand 27:13! Winnipeg jubelt!

Am Samstag dann das grosse Fundraising Breakfast fuer die German Society in Winnipeg. Schon witzig die alten Mennos mit kompletter Familie, die sich auf Deutsch unterhalten und festestellen: "Deutschland ist auch nicht mehr das, was es mal war..." Ich kann nur denken: Zum Glueck! Vielleicht sollten sie aber mal bei Eva Herrman nachlesen. Alles scheint ja irgendwann mal ein Revival zu erleben... 

Abends Jazz under the Rooftop in der Winnipeg Art Gallery mit Andy Warhol Ausstellung. Nicht zu fassen! Kultur in der Praerie. Muss man ausnutzen!

22.10.07 15:35


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